Bockshornklee als natürliches Mittel gegen Appetitlosigkeit

Bockshornklee gegen Appetitlosigkeit

Bockshornklee wird als Kulturpflanze im heutigen Nahen und Mittleren Osten sowie in Ägypten und einigen anderen Mittelmeeranrainern seit mehreren tausend Jahren angebaut. Seinen deutschen Namen verdankt er seiner 10 bis 15 Zentimeter langen, gekrümmten Hülsenfrucht, die an die Hörner von Böcken erinnern. Inhaltstoffe des Samens finden sich häufig als Bestandteil im indischen Currypulver. In Südtirol werden die Samen als Brot- und Käsegewürz verwendet.
Seit dem Mittelalter wird Bockshornklee auch in Europa, vor allem als Heilpflanze, geschätzt. Der Bockshornkleesamen enthält eine Reihe von Inhaltsstoffen mit gesundheitlich relevanter Wirkung. Neben den entzündungshemmenden Eigenschaften auf die Haut bei äußerer Anwendung ist vor allem die appetitanregende Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe belegt. Die Appetitanregung kommt hauptsächlich durch zwei Mechanismen zustande. Bestimmte Bitterstoffe des Bockshornklees regen die Speicheldrüsen und Verdauungsorgane zur Sekretion an und gleichzeitig sorgen andere Inhaltsstoffe für eine Steigerung der Insulinproduktion, die zum Absinken des Glukosespiegels im Blut führt. Beide Effekte ergänzen sich in ihrer appetitanregenden Wirkung.

Gründe für Appetitlosigkeit

Der Appetitverlust gehört zu den wichtigen, aber dennoch sehr unspezifischen Symptomen. Sie kann verschiedenste Ursachen haben, die von organischen Problemen über Infektionen, Nebenwirkungen von Medikamenten bis zu psychischen Auslösern reichen. Im Einzelnen kann es sich um folgende Ursachenkomplexe handeln:

  • Magen-Darm-Erkrankungen; Magen-Darm-Infekt, Nahrungsmittelunverträglichkeit/ -intoleranz, Magenschleimhautentzündung, Lebensmittelvergiftung, Tumoren und vieles mehr
  • Nebenwirkungen von Medikamenten und Therapien; Chemotherapie, Strahlenbehandlung, verschiedenste Medikamente wie Säureblocker (Protonenpumpeninhibitoren) und vieles mehr
  • Psychische Faktoren; Depressionen, Anorexie (Magersucht), Stresssituationen, Phasen mit Hormonumstellung und vieles mehr
  • Altersbedingter Appetitverlust
  • Appetitlosigkeit bei Kindern 

Appetitverlust im Alter

Der Geruchs- und Geschmackssinn alternder Menschen lässt häufig – ähnlich wie der Hörsinn – in individuell unterschiedlich starkem Maße nach. Das hat auch Auswirkungen auf den Appetit, der zum Teil durch den Duft schmackhafter Lieblingsspeisen gesteigert werden kann. Häufig gesellen sich noch psychische Probleme durch Krankheiten oder durch Verlust wichtiger Bezugspersonen dazu, die eine Art Blockade des Hungergefühls auslösen können. Die verminderte Nahrungsaufnahme führt vielfach nicht nur zu einer allmählichen Gewichtsreduktion, sondern kann auch einen permanenten Mangel an Mineralstoffen, Vitaminen und Enzymen verursachen, der zur Schwächung des Immunsystems und zur Schwächung der Konstitution einschließlich verringerter Knochenfestigkeit beiträgt.

Appetitlosigkeit bei Kindern

Länger anhaltender mangelnder Appetit bei Kindern kann auf ernsthafte Probleme hindeuten oder aber auch auf ganz banalen Gründen beruhen. Beispielsweise kann der Verzehr von Süßigkeiten oder süßen Fruchtsäften kurz vor einer Hauptmahlzeit zu einem kurzfristigen Anstieg des Glukosespiegels im Blut führen und ein Sättigungsgefühl hervorrufen. Falls ein solches Verhalten ausgeschlossen werden kann, sind sehr häufig psychische Probleme wie Sorgen und übermäßige Ängste oder depressive Verstimmungen am mangelnden Appetit beteiligt. Sie können sogar somatische Auffälligkeiten, beispielsweise Verstopfungen oder Durchfall, verursachen. In einigen Fällen handelt es sich entweder um ernsthafte Essstörungen oder um vorübergehende Erscheinungen, die nach einer hormonellen Umstellung in der Pubertät wieder verschwinden.

Bockshornkleeblätter Appetitlosigkeit

Bockshornkleeextrakt und seine Wirkung gegen Appetitlosigkeit

Bei mangelndem Appetit, der länger anhält und über kurzfristige Störungen hinausgeht, sollte zunächst der Ursachenkomplex ärztlich abgeklärt werden. Es können sich ernsthafte Erkrankungen oder psychische Probleme dahinter verbergen oder harmlosere Ursachen. Falls es sich um harmlosere Ursachen handelt, kann der Verzehr des pulverisierten Bockshornkleesamens oder ein aufgebrühter Tee seine Wirkung als natürliches Mittel gegen den Verlust des Appetits entfalten. Einerseits wirken die enthaltenen Bitter- und Schleimstoffe sowie Steroidsaponine anregend auf die Speicheldrüsen und ihr Geruch und Geschmack regen die Magenschleimhaut und die Bauchspeicheldrüse zur Sekretion von Verdauungssäften an, was gleichzeitig appetitanregend wirkt. Darüber hinaus führen bestimmte Substanzen im Bockshornkleesamen zur Absenkung des Glukosespiegels des Blutes, was normalerweise ebenfalls einen Appetitschub auslöst.

Bockshornklee wirkt auch als Appetitzügler

Im Bockshornkleesamen sind verschiedene Stoffe wie Galactomannane und Bitterstoffe enthalten, die die Aufnahme von Kohlenhydraten im Dünndarm behindern und gegen Heißhungerattacken helfen, weil sie den Appetit zügeln. Häufig werden Extrakte des Bockshornklees mit denen anderer Pflanzen kombiniert, um eine möglichst breite Wirkung zu erzielen. Appetit zügeln und nicht nur Appetit fördern ist ein weiteres Anwendungsgebiet des Bockshornklees.

Darum sollte auf Medikamente verzichtet werden

Bei länger anhaltendem Appetitverlust, dessen Ursachen nicht ohne weiteres erkennbar und heilbar sind wie etwa Süßes naschen vor dem Essen, sollte nicht mit Medikamenten bekämpft werden. Medikamente, die in ihrem Nebeneffekt auch appetitanregend wirken, dienen meist der Bekämpfung einer Grunderkrankung wie Depressionen oder anderer psychischer Beschwerden sowie der Behandlung von Übelkeit (z. B. Reisekrankheit). Durch die Einnahme derartiger Medikamente kann die Diagnose der wirklichen Ursachen für die langanhaltende Appetitlosigkeit erschwert werden.

Ärztlicher Rat bei langanhaltender Appetitlosigkeit

Langanhaltender Appetitverlust wird in der Regel durch eine Grunderkrankung verursacht. Falls die verursachende Erkrankung nicht ohne Weiteres erkennbar ist, muss unbedingt ein Arzt konsultiert werden, um mit erweiterten Diagnosemöglichkeiten die Gründe abzuklären. Meist sind die Heilungschancen im Anfangsstadium einer Krankheit größer als zu einem späteren Zeitpunkt.

Bockshornkleesamen im Glas

Bockshornklee kann Wunder bewirken – Fazit

Falls bei langanhaltendem Appetitverlust keine gravierende Grunderkrankung vorliegt wie etwa bei altersbedingtem Appetitverlust, kann eine konsequente Anwendung von Bockshornkleeextrakt als natürliches Mittel gegen Appetitlosigkeit kleine Wunder bewirken. Bereits der würzige Geruch kann eine Kaskade von Aktivitäten in den Verdauungsorganen auslösen. Angefangen von den Speicheldrüsen bis hin zur Magenschleimhaut und der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Es handelt sich dabei um einen natürlichen Vorgang, der nahezu nebenwirkungsfrei abläuft.