Bockshornklee und die wissenschaftlichen Studien

Bockshornklee gehört zu den ältesten von Menschen kultivierten Pflanzen der Familie der Hülsenfrüchtler und wurde bereits vor über 5000 Jahren domestiziert. Ursprünglich im Mittleren Osten und am Mittelmeer beheimatet, ist er heute im gesamten südlichen Europa, in Afrika, Indien, China bis hin nach Australien verbreitet. Seine heilende Wirkung ist schon seit langem auch außerhalb Europas bekannt. In der traditionellen chinesischen Medizin wird er zur Reinigung der Atemwege angewandt. Auch in Indien wird er unter anderem als Aufguss gegen Pocken eingesetzt. Sogar Sebastian Kneipp war von der Wirkung überzeugt und empfahl die regelmäßige Einnahme seinen Patienten. In neuerer Zeit wurde die positive Wirkung durch mehrere wissenschaftliche Studien belegt.

Bockshornkleesamen

Die Inhaltsstoffe

Die Samen bestehen etwa zu 30% aus Schleimstoffen. Zu seinen wichtigsten Inhaltsstoffen gehören Steroidsaponine, die Trigofoenoside A-G, das Alkaloid Trigonellin und das Steroidpeptid Foenugraecin. Außerdem ist die Pflanze ein wahrer Vitamin- und Mineralienspender. Er enthält in großen Mengen Calcium, Eisen und Magnesium sowie ein breites Spektrum an Vitaminen.

Wissenschaftliche Studien über die Wirkung

Anwendung bei Diabetes mellitus

Eine wissenschaftliche Studie der Carstens Stiftung belegt die Wirksamkeit in der Diabetestherapie. Wörtlich heißt es in dieser Studie:

„Bockshornklee wirkt antidiabetisch, da er die Senkung des Blutzuckerspiegels begünstigt. Verantwortlich dafür ist eine besondere Aminosäure (4-Hydoxy-Isoleucin), die bisher nur in dieser Pflanze nachgewiesen werden konnte.“

Auch das National Center for Biotechnology Information (NCBI) in Bethesda, Maryland kam in einer Studie zu einem ähnlichen Ergebnis. Hier kamen die renommierten Wissenschaftler zu der Ansicht, dass „die Samen des Bockshornklees, die für gewöhnlich im Mittleren Osten als Gewürz Verwendung finden, für ihre anti-diabetischen Wirkungen bekannt sind.“

In einer weiteren Studie stellte das Institut fest, dass die Pflanze eine lange Tradition in der fernasiatischen Medizin hat und erfolgreich gegen eine Reihe von Erkrankungen eingesetzt wurde. Außerdem konnte eine unterstützende Wirkung bei der Weheneinleitung festgestellt werden.

Steigerung der Milchproduktion in der Stillzeit

Die Carstens Stiftung berichtet über eine Studie, die von türkischen Ärzten durchgeführt wurde und die Milchsteigerung in der Stillzeit belegt. An der Studie nahmen 66 Mütter von Neugeborenen teil, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Nur eine der Gruppen erhielt dreimal täglich einen aufgegossenen Bockshornkleetee. Das erstaunliche Ergebnis der Studie offenbarte, dass sich deren Milchproduktion mehr als verdoppelte.

Stillen - Bockshornklee

Anwendung bei Parkinson Patienten

Auch bei der Behandlung von Parkinson kann die Pflanze hilfreich sein. Die Carstens Stiftung hat eine Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Studie veröffentlicht, an der 50 Parkinson-Patienten im Alter von 18 bis 70 Jahren teilnahmen. Im Rahmen dieser Doppelblindstudie wurde einer Hälfte der Patienten zweimal täglich eine Kapsel mit 300 mg der Samen verabreicht. Die Leiter der Studie kamen zu der Erkenntnis, dass „bei guter Verträglichkeit ein Extrakt aus Bockshornkleesamen das Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung wenn nicht verhindern, aber doch immerhin verlangsamen könnte.“